Egon Bahr

Horst Teltschik: Europäische Friedensordnung – Lehren von Egon Bahr

Horst Teltschik war von 1982 bis 1991 der maßgebliche außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Kohl und bat häufig Egon Bahr um aussenpolitischen Rat. Teltschick zog aus diesen Gesprächen „Vier Schlussfolgerungen:
Erstens – Was bedeuten Parteigrenzen, wenn es um die Sache geht; um gemeinsame politische Ziele zum Nutzen aller, wie um Frieden, Entspannung und Zusammenarbeit?
Zweitens – Vertrauliche Kontakte können gerade im Umgang mit der russischen Führung nützlich sein, auch heute. …
Drittens – Wer heute die KSZE-Schlussakte von 1975 preist, sollte nicht vergessen, dass sie von Generalsekretär Breshnew unterzeichnet wurde, der nicht nur den Prager Frühling 1968 mit Panzern blutig niederwalzen ließ, sondern unmittelbar nach Unterzeichnung der Schlussakte eine neue Aufrüstung mit nuklearen Mittelstreckenraketen begann. …
Viertens: Regierungen können sich ihre Partner nicht aussuchen, wenn sie Konflikte eindämmen oder lösen wollen. Das zeigen auch die aktuellen Beispiele in Russland oder Iran oder Syrien. „

Egon Bahrs Wandel durch Annäherung 1963: Vorbild für Ukraine-Konflikt?

Wenn Gegner sich nicht anerkennen und unvereinbare Rechtspositionen haben, aber sich über menschliche Erleichterungen einigen müssen, gibt es nur eine Lösung: „we agree to disagree“ als Basis für praktische Vereinbarungen – „Technische Übereinkunft ‚ungeachtet verschiedener Auffassungen und Standpunkte'“ (Egon Bahrs Unterhändler Horst Korber über das Passierscheinabkommen von 1963). Wäre dies nicht ein Vorbild für erste Vereinbarungen über menschliche Erleichterungen zwischen Krim und Ukraine?

Egon Bahr, Reden und Texte

2015-07-Egon Bahrs letzte Rede auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit Gorbatschow in Moskau: „STABILITÄT NUR GEMEINSAM MIT MOSKAU“ http://www.bild.de/politik/inland/egon-bahr/letzte-rede-42260152.bild.html 2015-03-26. – Rede von Egon Bahr anlässlich der Verleihung des Dr. Friedrich Joseph Haass-Preises 2015-07-21. — (BILD.de, Egon Bahr)„Stabilität nur gemeinsam mit Moskau“:…